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Leitartikel

25 Jahre DH – eine Erfolgsgeschichte made in Baden-Württemberg

Ausgabe 7, 2019

In diesem Jahr ist ein besonderes Jubiläum zu feiern, über das sich die Landeszahnärztekammer (LZK BW), das Zahnmedizinische Fortbildungszentrum Stuttgart (ZFZ) und alle beteiligten Personen freuen können: 25 Jahre Fortbildung zum/zur Dentalhygieniker/in (DH) in Baden-Württemberg.

Um das Besondere des Jubiläums „25 Jahre DH in Deutschland und Baden-Württemberg“ besser verstehen zu können, müssen wir in der Geschichte etwas zurückblättern.
Die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg ist seit dem Jahr 1974 – hier wurde die Aufstiegsfortbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZMF) aus der Taufe gehoben – führend bei den Mitarbeiter- Fortbildungen in ganz Deutschland. Bis dahin gab es nur das Berufsbild „Zahnarzthelferin (ZAH)“, oft auch gleichgestellt mit der „Sprechstundenhilfe“. Anfang der 1990er-Jahre wurden dann die Delegationsmöglichkeiten für das zahnmedizinische Assistenzpersonal in § 1 Absatz 5 des Zahnheilkundegesetzes festgelegt. Die konkrete Umsetzung in die Kurse „Gruppen- und Individualprophylaxe“ und „Herstellung von Situationsabformungen und Provisorien“ sowie „Hilfestellung bei der kieferorthopädischen Behandlung“ erfolgte in Baden-Württemberg umgehend flächendeckend. Doch auch das im Gesetz erwähnte Berufsbild der deutschen Dentalhygienikerin wurde bereits im Jahr 1994 in Baden-Württemberg mit Leben erfüllt. Es waren wegweisende Gedanken der damaligen Standespolitiker – erwähnt sei hier insbesondere der ehemalige und leider viel zu früh verstorbene Mitarbeiter/ innenreferent der LZK BW, Dr. Klaus-Peter Rieger – die dafür sorgten, dass die deutschlandweit ersten Kurse für die DH-Aufstiegsfortbildung im ZFZ Stuttgart konzipiert und angeboten werden konnten. Einen großen Anteil am Gelingen und an der Umsetzung hatte auch der Leiter des ZFZ, Prof. Johannes Einwag, mit seinem hochmotivierten Team – seit 25 Jahren mit vollem Engagement bei den Kursen verantwortlich dabei, aber auch standespolitisch im Interesse der DHs bundesweit aktiv. Basierend auf dem Berufsbildungsgesetz, wurde die DH als die höchste Stufe einer Aufstiegsfortbildung definiert, die alle Facetten der Mitarbeiterinnenausbildungen durchlaufen hat. Eingebettet ist die DH-Fortbildungsordnung der Landeszahnärztekammer auch in der Musterfortbildungsordnung der Bundeszahnärztekammer. Dieses baden-württembergische Konzept hat sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt. Jährlich absolvieren zwischen 20 und 25 – vorwiegend weibliche – Teilnehmer/innen die DHAufstiegsfortbildung im ZFZ. Im Laufe der Jahre haben einige andere Bundesländer nachgezogen. Das Erlernen der praktischen Handlungskompetenz, der Kenntnisse und Fertigkeiten im Rahmen der Aufstiegsfortbildung – im Fortbildungsinstitut und in der Heimatpraxis – stellt ein wesentliches Kriterium der Verzahnung von Theorie und Praxis dar, das mit einem hohen Maß an Qualität einhergeht. Aufstiegsfortbildungen erhöhen das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, erschließen für die Mitarbeiter/innen neue, interessante Tätigkeitsfelder und verbessern die Perspektiven in den zahnärztlichen Praxisteams. Dabei ist die Akademisierung aus fachlicher Sicht nicht notwendig. Unsere Aufstiegsfortbildung ist andersartig, aber gleichwertig! Sie ist die patientenzentrierte Alternative zum Studium. Mit dem in Gang gekommenen Verortungsverfahren im DQR auf Stufe 6 wird dies dann auch nach außen dokumentiert werden. In Baden-Württemberg wurde dies durch die Bezeichnung „DH-Professional“ bereits dokumentiert.

Man könnte es in einem Satz auch so formulieren: In Baden-Württemberg ist die Aufstiegsfortbildung für Zahnmedizinische Mitarbeiter/innen eine runde und stimmige Angelegenheit, die für alle Beteiligten nur positive Aspekte aufzeigt und bestens funktioniert. Das ZFZ wird hoffentlich auch weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen, vor allem bei der DH-Aufstiegsfortbildung. Insofern ist davon auszugehen, dass die baden-württembergische Erfolgsgeschichte fortgeschrieben wird!