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Zahnärzteblatt Baden-Württemberg 10/2019

Editorial

Ausgabe 10, 2019

» Gesunde Zähne sind Lebensqualität.„Bundesteilhabegesetz, Quartiersentwicklung, Pflegepersonal-Stärkungsgesetz: Die Versorgung von älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen rückt auch in der Gesundheitspolitik immer mehr in den Fokus. Und das ist auch gut so: Denn es muss gerade in einer älter werdenden Gesellschaft unser Ziel sein, allen Menschen so lange wie möglich den Verbleib in der vertrauten häuslichen und familiären Umgebung sowie ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, schreibt der Minister für Soziales und Integration Baden Württemberg, Manne Lucha in seinem Leitartikel.

» Gemeinsame Erklärung. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Baden-Württemberg und die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e. V. setzen sich gemeinsam für eine feste Verankerung der zahnmedizinischen Versorgung in unseren Pflegestrukturen ein. Seit 2014 haben Zahnärztinnen und Zahnärzte die Möglichkeit, Kooperationsverträge mit stationären Pflegeeinrichtungen abzuschließen. Welchen Nutzen die 2014 abgeschlossenen Kooperationsverträge bislang haben, war Gegenstand einer in Baden-Württemberg durchgeführten Pilotstudie. Die Ergebnisse dieser Studie präsentiert Dr. Frank Oberzaucher, Lecturer Qualitative, Forschungsmethoden und Interaktionsforschung am Fachbereich Geschichte und Soziologie der Universität Konstanz, in seinem Beitrag.
Das ZBW hat im Anschluss die Kooperationspartner nach ihrem Resümee gefragt und danach, welche Schlüsse sie aus den vorgelegten Ergebnissen von Dr. Oberzaucher ableiten. Die Antworten auf diese Fragen lesen Sie hier.

» Neue Pflegeausbildung. Das Pflegeberufegesetz löst vom 1. Januar 2020 an das Altenpflegegesetz und das Krankenpflegegesetz ab. Gegenstand der Reform ist die Zusammenführung der bisher im Altenpflegegesetz und im Krankenpflegegesetz geregelten Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege im Pflegeberufegesetz. Über die Auswirkungen der Neuregelung informiert Andrea Mader.

» Die Zukunft der Zahnmedizin. Auf der Vertreterversammlung der Landeszahnärztekammer BW war der Vortrag des Freiburger Medizinethikers Prof. Dr. Giovanni Maio zum Thema „Werte für die (Zahn-)Medizin – warum die Heilberufe ihre eigene Identität verteidigen müssen“ am 27. Juli ein besonderer Höhepunkt. Seine Denkanstöße sollten nicht exklusiv sein, sondern in die Breite des Berufsstandes getragen werden. Das war die Intention von LZK-Präsident Dr. Torsten Tomppert. Er hat Prof. Maio deshalb in seinem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin in Freiburg besucht und ein Gespräch mit ihm geführt. „Der Zahnarzt hat eine enorme soziale Funktion“, betonte Prof. Maio mit großem Nachdruck in dem Gespräch. Lesen Sie, welchen gesellschaftlichen Auftrag Prof. Maio der Zahnmedizin zuschreibt und wo er die Zukunft der Zahnmedizin sieht.

» Nanopartikel in der Zahnmedizin. Nanoteilchen besitzen spezielle chemische und physikalische Eigenschaften, die deutlich von denen von Festkörpern oder größeren Partikeln abweichen. Immer mehr zahnärztliche Materialien enthalten Nanopartikel (z. B. Nanokomposite, Nanofüller). Beim Patienten können diese Partikel während des Kauvorgangs freigesetzt, mit dem Speichel verschluckt werden und in den Organismus gelangen. Wie das Gefährdungspotenzial für Patienten, Zahnärzte und das zahnärztliche Personal aussieht, beschreibt Prof. Dr. Dr. Franz-Xaver Reichl, DentalToxikologe, Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie am Klinikum der Universität München.

»christian.ignatzi@izz-online.de