Zahnaerzteblatt.de

 

Praxis

Der GOZ-Ausschuss der LZK informiert

 

Unterstützende Parodontitis-Therapie (UPT)

Ausgabe 10, 2019

Da es sich bei der Parodontitis um eine chronische Erkrankung handelt, ist ein gut strukturiertes Behandlungs- und Nachsorgekonzept notwen dig, um den nachhaltigen Erfolg einer systematischen Parodontitisthe rapie zu gewährleisten. Die unterstützende Parodontitis-Therapie (UPT) wird auf den Patienten individuell abgestimmt und findet an mehreren auf die einzelne Patientensituation abgestimmten Terminen statt. Im Rah men der UPT kommen folgende Gebührenpositionen zur Anwendung.

Zu Beginn der UPT steht immer eine Untersuchung mit anschlie- ßender Beratung. Die Untersuchung kann nach der GOÄ-Nr. 6 oder GOZ-Nr. 0010 abgerechnet werden. Die erfolgte Beratung wird nach GOÄ-Nr. Ä1 berechnet. Das Erheben eines Gingival- oder Parodontalindex, um die klinische Situation sicher zu beurteilen, wird nach der GOZ-Nr. 4005 berechnet.

Mundhygienestatus. Um die aktuelle Mundhygiene beurteilen zu können, wird ein Mundhygienestatus erstellt. Dieser wird nach der GOZ-Nr. 1000 „Erstellen eines Mundhygienestatus und eingehende Unterweisung zur Vorbeugung gegen Karies und parodontale Erkrankungen“, Dauer mind. 25 Minuten abgerechnet. Die Gesamtdauer der Leistung kann auf mehrere Sitzungen verteilt werden. Die Leistung ist innerhalb eines Jahres einmal berechnungsfähig. Werden harte und weiche Beläge entfernt, wird dies nach der GOZNr. 4050 bzw. 4055 abgerechnet (innerhalb von 30 Tagen nur einmal berechnungsfähig). Wird in einer Folgesitzung eine Kontrolle der Belagsentfernung oder eine Professionelle Zahnreinigung durchgeführt, kann dies nach der GOZ-Nr. 4060 abgerechnet werden. Die Kontrolle des Übungserfolges einschließlich weiterer Unterweisung, Dauer mind. 15 Minuten wird nach der GOZ-Nr. 1010 abgerechnet. Die Leistung ist innerhalb eines Jahres dreimal abrechenbar und bildet eine Ergänzungsleistung zur GOZ-Nr. 1000. Die GOZ-Nummern 1000 und 1010 können in gleicher Sitzung mit den GOZ-Nummern 0010, 4000, 8000, Beratungen und Untersuchungen nach der Gebührenordnung für Ärzte nur gemeinsam in Ansatz gebracht werden, wenn sie unterschiedlichen Zwecken dienen.

Parodontalstatus. Für eine sichere Verlaufskontrolle innerhalb der UPT ist das Erheben eines Parodontalstatus wichtig. Die GOZ-Nr. 4000 „Erstellen und Dokumentieren eines Parodontalstatus” ist maximal zweimal im Jahr berechnungsfähig. Ein spezielles Formblatt zur Dokumentation ist nicht vorgeschrieben. Für eine vollständige Diagnostik kann die Entnahme von Abstrichmaterial zur mi krobiologischen Untersuchung notwendig sein. Die Entnahme wird nach der GOÄ-Nr. 298 abgerechnet. Entstehende Auslagen werden nach § 9 berechnet. Ein ganz wesentlicher Bestandteil einer UPT ist die Professionelle Zahnreinigung nach der GOZ-Nr. 1040. Die Leistung umfasst das Entfernen der supragingivalen/ gingivalen Beläge auf Zahn- und Wurzeloberflächen einschließlich Reinigung der Zahnzwischenräume, das Entfernen des Biofilms, die Oberflächenpolitur und geeignete Fluoridierungsmaßnahmen, je Zahn oder Implantat oder Brü- ckenglied.

Überempfindliche Zahnflächen. Die Behandlung von überempfindlichen Zahnflächen ist nach der GOZ-Nr. 2010 abrechenbar. Eine Fluoridierung nach der GOZ-Nr. 1020 ist nicht neben der GOZ-Nr. 1040 berechenbar. Die Reinigung der Zunge und der Schleimhäute erfolgt gemäß § 6 Abs. 1. Ebenso wird die Reinigung von Stegen und Geschieben analog berechnet. Wird im Rahmen der UPT die Notwendigkeit einer erneuten parodontalchirurgischen Behandlung erkannt, werden die Maßnahmen nach den GOZ-Nummern 4070/ 4075 plus Begleitleistungen berechnet.

Autorenteam des
GOZ-Ausschusses der LZK BW

 

Unterstützung durch das PRAXIS-Handbuch der LZK BW

 

Neue „Checkliste für den Neukauf eines Reinigungs- und Desinfektionsgeräts (RDG)“

Ausgabe 10, 2019

Beim Neukauf eines Reinigungs- und Desinfektionsgeräts (RDG) können Fragen wie z. B. „Welches RDG ist passend für meine Praxis?“, „Werden alle Anforderungen mit dem entsprechenden RDG erfüllt?“ oder „Welche weiteren Kosten sind nach der Anschaffung zusätzlich zu berücksichtigen?“ auftreten. Im RDG-Beschaffungsprozess hat das Praxisteam rechtzeitig eine Vielzahl an Anforderungen und Details zu beachten. Damit die Zahnarztpraxis hierbei den Überblick behalten kann und kein wichtiger Aspekt außer Acht gelassen wird, hat die LZKGeschäftsstelle eine „Checkliste für den Neukauf eines Reinigungs- und Desinfektionsgeräts (RDG)“ entwickelt. Der folgende Beitrag stellt die im PRAXIS-Handbuch der LZK BW angebotene neue Checkliste vor.

Ziel. Der praxisinterne RDG-Anforderungskatalog kann anhand der neuen Checkliste effizient und übersichtlich abgearbeitet werden. Die Checkliste deckt die entscheidenden Fragen ab.

Aufbau. Die Checklisteninhalte sind in die folgenden Anforderungsbereiche untergliedert: Bauliche und technische Voraussetzungen, Dokumentationsmöglichkeiten, Wartung sowie Ausstattung, Beladung und Zubehör. Im Folgenden werden die einzelnen Anforderungsbereiche beispielhaft erläutert.

Inhalt. In den baulichen Voraussetzungen werden z. B. die räumlichen Einbaumöglichkeiten des RDG im vorhandenen Aufbereitungsraum (im „unreinen“ Bereich) der Praxis überprüft. Dabei ist die technische Infrastruktur zu berücksichtigen, wie z. B. ob ein Wasserund Abwasseranschluss vorhanden ist. Der Bereich der technischen Anforderungen klärt u. a. ab, welche Art von Stromanschluss erforderlich ist, ob das RDG über ein automatisches Prozessüberwachungssystem verfügt und ob eine norm- und leitlinienkonforme Prozessvalidierung möglich ist. Die unterschiedlichen Dokumentationsmöglichkeiten eines RDG werden ebenfalls über die Checkliste abgefragt. Ein weiterer zentraler Aspekt bei der Entscheidungsfindung für ein RDG sind die Anforderungen des Geräteherstellers an die Wartung, wie z. B. Erfordernis, Intervall und Kosten. Abschließend beschäftigt sich die Checkliste mit der Ausstattung, den Beladungsmöglichkeiten und dem Zubehör des RDG. Was bietet die Grundausstattung und welche Einsätze (z. B. für Gelenkinstrumente, Abdrucklöffel), Siebe bzw. Adapter (z. B. für Hohlkörperinstrumente) stellt der Gerätehersteller bereit und welche hiervon sind praxisrelevant.

PRAXIS-Handbuch. Die „Checkliste für den Neukauf eines Reinigungs- und Desinfektionsgeräts (RDG)“ finden Sie als Word-Datei auf der Homepage der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg in der OnlineVersion des PRAXIS-Handbuchs unter: https://lzk-bw. de/ wie folgt: „ZAHNÄRZTE“ >>> unter der Rubrik „Praxisführung“ auf das „PRAXIS-Handbuch“ klicken >>> nochmal auf „PRAXIS-Handbuch“ klicken. Auf der Startseite des PRAXIS-Handbuchs klicken Sie dann auf die Schaltfläche „3.1 Qualitätssicherung: Anhang“ >>> dann auf die Rubrik „3.1.5 Formulare“ >>> in der Rubrik „3.1.5.8 Hygiene“ finden Sie die vorgestellte Checkliste (3.1.5.8.26).

Praxistipp. Die LZK BW bietet über die Schaltflä- che „2. Qualitätssicherung in der Zahnarztpraxis“ im PRAXIS-Handbuch eine zusätzlich unterstützende „Orientierungshilfe für Reinigungs- und Desinfektionsgerä- te“ (Ziffer 2.18) an.

Ihre LZK-Geschäftsstelle