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Soziales Engagement

20 Jahre Dentists for Africa

 

Jahreshauptversammlung in Erfurt

Ausgabe 10, 2019

Die diesjährige Jahreshauptversammlung der zahnärztlichen Hilfsorganisation Dentists for Africa (DfA) wird vom 1. bis 3. November in den Räumen der Landeszahnärztekammer Thüringen in Erfurt stattfinden. Im Zentrum der Veranstaltung steht in diesem Jahr das 20-jährige Jubiläum. Dabei soll sowohl ein Rückblick auf bisher Erreichtes als auch ein Ausblick auf die künftige Gestaltung der Projekte in Kenia im Vordergrund stehen.


Prophylaxe. Jährlich werden etwa 10.000 Kinder an Schulen in Kenia untersucht, aufgeklärt und bei Bedarf kostenlos zahnärztlich behandelt.

Die zahnärztliche Hilfsorganisation Dentists for Africa betreibt in Kenia mehrere Zahnstationen, um die zahnmedizinische Versorgung der notleidenden Bevölkerung zu verbessern. In den Stationen arbeiten kenianische Zahnmediziner, die meist Absolventen des Patenschaftsprojekts sind und regelmäßig von deutschen Einsatzleistenden unterstützt werden. Dentists for Africa setzt sich in Kenia nicht nur für die Zahngesundheit armer Menschen ein, sondern betreut auch soziale Projekte. Dazu gehört die Vermittlung von transparenten Patenschaften für Waisenkinder. Zusätzlich wird eine Witwenkooperative unterstützt, in der von der Aids-Epidemie betroffene Witwen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Im Vordergrund steht die Nachhaltigkeit der Projekte. Deshalb liegt ein Schwerpunkt der Arbeit von Dentists for Africa in der Förderung der Schul- und Berufsausbildung von Waisenkindern, besonders in medizinischen und zahnmedizinischen Bereichen. Bis heute hat Dentists for Africa 14 Zahnstationen in Kenia aufgebaut und über 850 Patenschaften vermittelt. Mehr als 250 Patenkinder haben bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen.

Nachhaltige Entwicklungshilfe. Dentists for Africa leistet nun schon seit 20 Jahren nachhaltige Entwicklungshilfe in Kenia und arbeitet seit 1999 mit lokalen Projektpartnern, zwei Franziskanerinnenorden, zusammen. Die Projekte zeichnen sich daher durch besondere Kontinuität aus und greifen ineinander. Durch die Förderung von Ausbildung haben bereits drei Zahnärztinnen ihren Abschluss machen können. Sie setzen sich nun für die zahnmedizinische Versorgung der bedürftigen Bevölkerung ein. Jährlich werden in den 14 Zahnstationen und bei mobilen Einsätzen etwa 30.000 Patienten zahnmedizinisch versorgt und etwa 10.000 Kinder an Schulen in Kenia untersucht, aufgeklärt und bei Bedarf kostenlos behandelt.
Dr. Hans-Joachim Schinkel, der 1. Vorsitzende und Gründer von DfA betont die Nachhaltigkeit und Eigendynamik der Projekte in Kenia: „Durch unser 20-jähriges Engagement auf Augenhöhe mit unseren Projektpartnern und dem ständigen Blick auf die Bedürfnisse der notleidenden Menschen, gelang es uns, nachhaltige Strukturen aufzubauen. Diese bewirken, dass unsere Hilfe dort ankommt, wo sie nötig ist. Die daraus resultierende Dynamik sowohl bei den Kenianern als auch bei uns Deutschen schafft Ideen und konkretes Handeln zugunsten der weiteren Entwicklung unserer gemeinsamen Projekte.“
Das Patenschaftsprojekt ermöglicht Kindern und jungen Erwachsenen aus armen Verhältnissen eine selbstbestimmte Zukunft. Durch die Witwenkooperative St. Monica Village wird 250 Witwen ermöglicht, gemeinsam einen Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu verdienen.
Diese Erfolge möchten wir mit Ihnen feiern und gemeinsam den Weg in die Zukunft planen. Aus Kenia wird die Managerin des Patenschaftsprojekts Sr. Seraphine anreisen und aus ihrer Perspektive berichten.

Dr. Gerd Hase