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BZK Tübingen

 

GOZ-Punktwert

Ausgabe 11, 2019

ZBW 10/2019, S. 28/29
„#11Pfennig: BZÄK-Kampagne
zur Anpassung des GOZPunktwerts“

Sehr geehrter Herr Kollege Engel*, vielen Dank für Ihren (leider völlig unnützen) Artikel zum GOZ-Punktwert. Ich habe bereits Ende der 80er-Jahre als Kreisvorsitzender der BZK FreiburgBreisgau-Hochschwa r z wald immer wieder auf diese Problematik hingewiesen und auf Kreisstammtischen versucht die Kollegen zu sensibilisieren, habe Äquivalenz- und Zeitwerttabellen entwickelt und auf die Möglichkeiten, Steigerungsfaktor, Analogberechnung, freie Vereinbarung etc. hingewiesen. Leider war es damals nicht von Erfolg gekrönt und fndet auch heute kaum Beachtung in der Kollegenschaft. Darum wird es auch heute nicht funktionieren. Sie sprechen an: „[...] fest steht, dass eine politische Forderung nur dann Erfolg hat, wenn alle geschlossen dahinterstehen. Wer sollen denn ‚alle‘ sein? Das hat schon bei dem von mir mit gegründeten Korb nicht funktioniert. Mit politischen Allgemeinplätzen wie: [...] die Möglichkeit, endlich! Diskussionen anzuregen?, [...] es wäre ein großer Gewinn [...], wenn der politische Stillstand der GOZ beendet würde [...] oder der Kampagne #11 Pfennig [...] öffentlichkeitswirksam auf diesen Missstand hinweisen und unsere Forderungen nachhaltig zu unterstreichen.“ Alles Allgemeinplätze aus wäre, müsste, könnte, vielleicht. So kann man die Öffentlichkeit, den Gesetzgeber und die Kollegen nicht motivieren. Sie vermeiden es sogar auf die Ihnen gestellte Frage: „Wie hoch sollte ein GOZ-Grundwert Ihrer Meinung nach sein?“ eine konkrete Grundwerthöhe zu nennen. Bekanntlich sind ja schon fast alle BEMA-Bewertungen auf GOZ umgerechnet weit über dem 2,3-fachen, teilweise weit über den 3,5-fachen GOZ-Faktor hinaus angesiedelt. Entwickeln Sie endlich Strategien, die die Politik zum Wechsel zwingt. Ich sehe da allerdings schwarz, da der Standespolitik gesetzlich die Hände gebunden sind, da die Vorstände schließ- lich dem BMG weisungsbedingt unterstellt sind. Ich sehe für die nächsten Jahre keine Änderungen auf die Kollegen zukommen, aber Hauptsache die Zahnmedizin hat sich rasant entwickelt und deutlich an Qualität gewonnen. Ich habe den Vergleich durch acht Jahre Tätigkeit in der Schweiz. Obwohl das, auch auf die Wirtschaftskraft bezogene, Honorarsystem der Schweiz eine andere Welt ist, ist die Qualität nur vergleichbar. Umgekehrt müssten wir „grottenschlecht“ sein. Entwickeln Sie endlich machbare Strategien, die die Politik zum Umdenken bringt, sonst wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern.

ZA Michael May, Freiburg