Zahnaerzteblatt.de

 

Soziales Engagement

Hilfseinsatz in Nepal

 

Wo man fürs Zähneziehen Dankesworte erhält

Ausgabe 12, 2019

Auf seiner mittlerweile vierten zahnärztlichen Nepal-Reise hat der Eberbacher Zahnarzt Dr. Edgar Lauser zusammen mit Zahnmedizinerin Ines Bergmann aus Berlin sowie der Zahnhygienikerin Asmitha Einheimischen geholfen, die eine derartige Versorgung so sonst nur selten erhalten können. Insgesamt behandelte das Team in einem „Health Post“ (einer Art lokalem Anlaufpunkt mit medizinischen Helfern) in sechs Tagen 266 Zahnpatienten.

Weil anderweitige Zahnversorgung nicht (mehr) möglich war, zogen die Ärzte 342 Zähne. Dennoch waren die leidgeplagten Patienten den Ärzten dankbar, denn ihre schlechten Zähne verursachten ihnen teils enorme Schmerzen. Die Ärzte konnten aber auch 35 Füllungen machen.
Nach Einsätzen für andere Partner wie etwa die nepalesische „Women foundation“ 2016 war Dr. Lauser diesmal erstmals auf Einladung des Vereins DESOCA (Dental and social care) angereist. Dieser Verein arbeitet mit der einheimischen Organisation „Nepal Help“ in Nepals Hauptstadt Kathmandu zusammen.

Health Post. Die Anfahrt zum Einsatzort, dem 2000 Meter hoch gelegenen Bergdorf Banjahkatheri in Nepals Provinz Gulmi, gestaltete sich durch die ungewöhnlich lange Regenzeit schwierig. Herzlich fiel der Empfang im „Health Post“ aus. Das ist laut Dr. Lauser eine Art Praxis mit vier Betten. Diesen Medizinposten hatte der Bremer Verein Brepal 2015 eingeweiht. Er dient der ärztlichen Versorgung der sehr zerstreut wohnenden Dorfbevölkerung (4000 bis 5000 Einwohner).
In einem Raum befindet sich ein komplett eingerichteter zahnärztlicher Behandlungsplatz. Es warteten bereits die ersten 15 Patienten. Manche Patienten mussten lange Fußwege in Kauf nehmen. Über Sprachschwierigkeiten half die Dentalhygienikerin Asmitha hinweg, indem sie zwischen Englisch und Nepali übersetzte.

Begegnungen. Nach dem Arbeitsende entspannten sich die Ärzte bei einem Dorfspaziergang „wie in einer anderen Welt“. Die Menschen leben überwiegend von der Landwirtschaft, die größtenteils an Hängen terrassenförmig betrieben wird. Lauser: „An einem Vormittag wanderte ich mit Ganga, der auch für den Gemüseanbau für den „Health Post“ verantwortlich ist, dreieinhalb Kilometer talwärts zur Sekundarschule mit etwa 250 Schü- lern zwischen fünf und 15 Jahren.“ Dr. Lauser betrat dort eine Bühne und erklärte unter Zuhilfenahme von Anschauungsmaterial, wofür Menschen Zähne benötigen, und wie sie gesund bleiben. Dr. Lausers Begleiter Ganga übersetzte den Kindern, Jugendlichen sowie erwachsenen Zuhörern begeisternd den auf Englisch gehaltenen Vortrag.
Im Rückblick zeigt sich der Eberbacher Zahnarzt von seinen Erlebnissen während dieses Hilfseinsatzes sehr angetan: „Obwohl sich das Wetter überwiegend neblig und regnerisch zeigte, verging die Zeit wie im Fluge. Wir kamen als Ärzte und wurden vom engagierten, hilfsbereiten Team wie Freunde verabschiedet.“ Wie schon bei seinen vorangegangenen Einsatzauslandsaufenthalten hofft Dr. Lauser, dass seine Eindrücke andere Zahnarztkolleg(inn) en zu ähnlichen Fahrten motivieren können oder andere Leser zu Spenden, mit denen dieses Vorzeigeprojekt in Nepal fortgeführt und ausgebaut werden kann.

 

Vernissage in der Mannheimer Apobank

 

22.000 Euro für die Mannheimer Vesperkirche

Ausgabe 12, 2019


Der Mannheimer Zahnarzt Dr. Bernhard Jäger sammelt durch den Verkauf selbstgemalter Bilder regelmäßig Spenden für soziale Projekte. Seine Vernissage am 15. November in der Mannheimer Apobank schrieb Rekordzahlen.

Bunte Städte, wild verzerrte Menschen, blühende Landschaften und vielfältige Formen – die Kunstwerke von Dr. Bernhard Jäger lassen sich nur schwer in einen gemeinsamen Rahmen zwängen. Die große Vielfalt ist aber auch das, was den Erfolg seiner Ausstellungen ausmacht. Das hat sich am 15. November in der Mannheimer Apobank wieder gezeigt. Denn für jeden war etwas dabei – die Nachfrage war so hoch, dass am Eröffnungstag der aktuellen Ausstellung 22.000 Euro Einnahmen zusammenkamen, die als Spende vollumfänglich der Mannheimer Vesperkirche zugute kommen. Rund 150 Gäste waren der Einladung zur Veranstaltung gefolgt. Rund 30 Kunstwerke und zusätzlich 60 kleine Bilder brachte Dr. Jäger an die Besucher der Vernissage. „Die Stimmung war toll, das war sensationell und ich bin der Apobank für diesen Erfolg sehr dankbar“, freute sich Dr. Jäger. Auf rund 400 Quadratmetern sind die restlichen Werke derzeit noch ausgestellt. Insgesamt 81 großformatige Werke präsentierte Dr. Jäger bei der Vernissage in der Apobank. Im Rahmen der Vernissage stellte die Pfarrerin der Vesperkirche, Anna Ressel, ihre Arbeit vor. Knapp 150.000 Euro pro Monat brauchen die ehrenamtlichen Helfer der Kirche um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Pro Tag bewirten die 60 ehrenamtlichen Helfer der Kirche etwa 600 Bedürftige. Dr. Bernhard Jäger malt seit mehreren Jahren für den guten Zweck und stellt dafür jährlich zwischen 4000 und 5000 Euro an Materialeinsatz zur Verfügung. Seine Werke verkauft er für den guten Zweck. Auf bislang 17 Vernissagen kamen mehr als 200.000 Euro für unterschiedliche Projekte zusammen. Auch in der Mannheimer Apobank sind noch Bilder verfügbar. Wer sie besichtigen will, sollte sich zu den Schalterzeiten der Bank direkt bei den Mitarbeitern melden.

» christian.ignatzi@izz-online.de