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Praxis

PRAXIS-Handbuch hilft weiter!

 

Muster-Unterschriftenmatrizen

Ausgabe 1/2, 2020


In jeder Zahnarztpraxis zeigt sich nahezu ein vergleichbares Bild: „Eine Vielzahl an Dokumenten aus den unterschiedlichen Fach- und Themenbereichen müssen erstellt, regelmäßig aktualisiert und jeweils nach Prüfung final durch den Praxisinhaber mit seiner Unterschrift „in Kraft“ gesetzt werden. Damit der Praxisinhaber im Zuge der „Lenkung und Leitung“ mehrere Praxisdokumente mit geringerem Aufwand freigeben kann, hat die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg drei unterschiedliche Muster-Unterschriftenmatrizen entwickelt. Der folgende Beitrag stellt die Muster-Unterschriftenmatrizen vor, die bereits über das PRAXISHandbuch abrufbar sind.

Ziel. In der zentralen Unterschriftenmatrix erfolgt die Freigabe der dort aufgeführten Einzeldokumente durch eine Unterschrift des Praxisinhabers. Die Muster-Unterschriftenmatrizen dienen als effizientes und thematisch strukturiertes Hilfsinstrument für die praxisinterne Dokumentenfreigabe.

Aufbau und Inhalt. In der 1. Muster-Unterschriftenmatrix (Hygiene-Qualitätssicherungsdokumente) werden die einzelnen praxisindividualisierten Dokumente in die erste Spalte eingefügt wie z. B. Hygieneplan, Praxisorganigramm, Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten. Das Muster-Dokument aus dem PRAXIS-Handbuch ist verlinkt. In den weiteren Spalten werden die Versions-Nr. des Dokuments, das Datum der Freigabe, der Vor- und Nachname des freigebenden Praxisinhabers eingetragen. Durch eine Unterschrift des Praxisinhabers in der letzten Spalte erfolgt die Freigabe dieser Dokumente. In der ersten Spalte der 2. Muster-Unterschriftenmatrix für erstellte bzw. aktualisierte Gefährdungsbeurteilungen werden die einzelnen Gefährdungsbeurteilungen (z. B. Abfallentsorgung, Arbeitsmedizinische Vorsorge, Arbeitsunfall, Bildschirmarbeitsplatz, Biologische Arbeitsstoffe, Brandschutz, Gefahrstoffe, Hygiene, Röntgen, etc.) eingetragen. Die Muster-Gefährdungsbeurteilungen aus dem PRAXIS-Handbuch sind verlinkt. Aus der jeweiligen Gefährdungsbeurteilung (z. B. Abfallentsorgung) wird das Erstellungsdatum, Aktualisierungsdatum und das Datum der Freigabe in die Muster-Unterschriftenmatrix eingetragen. Somit kann der Praxisinhaber durch eine Unterschrift alle einzelnen Gefährdungsbeurteilungen freigeben. Demselben Prinzip folgt die 3. Muster-Unterschriftenmatrix für Betriebsanweisungen. In dieser sind die einzelnen Betriebsanweisungen aufgeführt und die Muster-Betriebsanweisungen aus dem PRAXIS-Handbuch ebenfalls verlinkt (z. B. Tätigkeiten mit Biologischen Arbeitsstoffen, Feuchtarbeiten, Umgang mit akut toxischen Stoffen, Betriebsanweisung für Reinigungsund Desinfektionsgeräte, Umgang mit Lasergeräten). In dieser Unterschriftenmatrix wird lediglich das Freigabedatum eingetragen und die Freigabe der Betriebsanweisungen kann durch eine zentrale Unterschrift erfolgen.

Achtung. In allen Praxisdokumenten wie z. B. Hygieneplan, Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen muss im Feld "Freigabe-Unterschrift“ des Einzeldokuments auf die zentrale praxisindividualisierte Unterschriftenmatrix verwiesen werden. Die Freigabe mehrerer Praxisdokumente durch eine Unterschrift des Praxisinhabers auf einer zentralen Unterschriftenmatrix ist nur dann sinnvoll, wenn die einzelnen Praxisdokumente zeitlich parallel dem Praxisinhaber zur Freigabeprüfung vorgelegt werden.

Praxistipp. Die drei dargestellten Muster-Unterschriftenmatrizen finden Sie als Word-Dateien auf der Homepage der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg in der Online-Version des PRAXIS-Handbuchs unter lzk-bw.de wie folgt: „ZAHNÄRZTE“ >>> unter der Rubrik „Praxisführung“ auf das „PRAXISHandbuch“ >>> nochmal auf „PRAXIS-Handbuch“ >>> Schaltfläche „3.1 Qualitätssicherung: Anhang“ >>> „3.1.5 Formulare“ >>> „3.1.5.15 Sonstige“.

Ihre LZK-Geschäftsstelle

 

Der GOZ-Ausschuss der LZK BW informiert

 

Die Beschlüsse des Beratungsforums GOZ (IV.)

Ausgabe 1/2, 2020

Die Bundeszahnärztekammer, der Verband der Privaten Krankenversicherung und die Beihilfestellen von Bund und Ländern haben im Jahr 2013 die Einrichtung eines Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen vereinbart, um im partnerschaftlichen Miteinander daran zu arbeiten, Rechtsunsicherheiten nach der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zu beseitigen. Im ZBW wurde im Rahmen der Berichterstattungsreihe über die Beschlüsse des Beratungsforums bereits im Sommer letzten Jahres über alle bis dahin gefassten Beschlüsse informiert. Das Beratungsforum hat sieben neue Beschlüsse gefasst, die nun vorgestellt werden:

Das Beratungsforum GOZ hat die Aufgabe übernommen, grundsätzliche Auslegungsfragen der GOZ, Fragen der privatzahnärztlichen Qualitätssicherung sowie Fragen des Inhalts und der Abgrenzung privatzahnärztlicher Leistungen zu diskutieren und möglichst einvernehmlich zu beantworten. Damit soll vor allem die Beziehung zwischen Patienten und Zahnarzt, aber auch mit dem Kostenerstatter in der täglichen Praxis verbessert werden. In den Sommer-Ausgaben des ZBW im letzten Jahr wurden die ersten 26 Beschlüsse des Beratungsforums vorgestellt. Die folgende Fortsetzung beginnt mit Beschluss Nr. 27:

27. Wurzelamputation. Die Entfernung einer oder mehrerer Wurzeln eines mehrwurzeligen Zahnes (Wurzelamputation) unter Belassung der klinischen oder prothetischen Krone stellt eine selbstständige Leistung dar und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die Bundeszahnärztekammer keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband und die Beihilfeträger halten als Analoggebühr – je nach Aufwand – die GOZ-Nr. 3110, 3120 oder 3130 für angemessen.
Grundlage dieses Beschlusses ist die nicht in der GOZ verzeichnete Leistung „Wurzelamputation“, die gelegentlich zum Erhalt umfangreicheren festsitzenden Zahnersatzes notwendig werden kann. Die Wahl einer Analogposition soll sich am chirurgischen Aufwand orientieren.

28. und 29. Table Tops als langzeitprovisorische und als definitive Maßnahme. „Table Tops“ als langzeitprovisorische Maßnahme im indirekten Verfahren (laborgefertigt) stellen eine selbstständige Leistung dar und werden gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die Bundeszahnärztekammer keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband und die Beihilfeträger halten als Analoggebühr die GOZ Nr. 7080 für angemessen. Im Falle einer adhäsiven Befestigung ist die GOZ-Nr. 2197 zusätzlich berechnungsfähig.
Mit diesem Beschluss soll die Berechnung langzeitprovisorischer, meist adhäsiv befestigter Funktionsaufbauten, z.B. zur Simulation neuer okklusaler Verhältnisse geregelt werden. Die seitens des PKVVerbandes und der Beihilfe vorgeschlagene Analogposition ist nicht bindend.
29. „Table Tops“ als definitive Maßnahme sind als Oberbegriff für die Versorgung von verlorengegangenen Funktionsflächen als Folge einer Fehlfunktion der Okklusion und Artikulation zu verstehen. Entsprechend des Defektes unterscheiden sich die Table Tops in ihrer Ausdehnung voneinander. Dementsprechend richtet sich die analoge Berechnung einer Gebühr nach der konkreten Ausdehnung der verlorengegangenen Funktionsflächen. Vor der Versorgung mit Table Tops müssen alle notwendigen Schritte einer Funktionsdiagnostik/-therapie durchgeführt worden sein (z. B. Schienentherapie).
Dieser Beschluss zielt auf die Berechnung der (meist adhäsiven) Eingliederung definitiver Funktionsflächen bei der Neuordnung der Okklusion bzw. Artikulation nach funktionsanalytischen bzw. –therapeutischen Maßnahmen je nach Ausdehnung der neuen Funktionsfläche ab.

30. Teleskopbrücke. Im Falle einer sattelfreien, rein parodontal abgestützten teleskopierenden Brücke – im Gegensatz zu einer Teleskopprothese – ist die GOZ-Nr. 5210 GOZ nicht zusätzlich zu den GOZ Nrn. 5040 und 5070 berechnungsfähig.
Der Beschluss berücksichtigt den Umstand, dass der Leistungsinhalt der Geb.-Nr. 5210 GOZ im Falle der Eingliederung einer rein parodontal getragenen teleskopierenden Brücke nicht erbracht wird.

31. Wiederherstellung/Wiederbefestigung einer definitiven Krone zum temporären Verbleib. Das Umarbeiten einer definitiven Krone oder Brücke zu einem Provisorium und/oder Wiederbefestigung der definitiven Krone oder Brücke zum provisorischen Verbleib sind in der GOZ nicht beschrieben. Die Leistung wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die Bundeszahnärztekammer keine konkrete Analoggebühr. Der PKVVerband und die Beihilfeträger halten als Analoggebühr – je nach Aufwand – die GOZ-Nr. 2260, 2270 oder 5120 je Zahn bzw. Brückenpfeiler für angemessen. Das Wiedereingliedern dieses Provisoriums, ggf. auch mehrmals, einschließlich Entfernung, ist mit der Berechnung der Analoggebühr abgegolten.
In der täglichen Praxis kommt die Umarbeitung einer definitiven Krone/ Brückenanker als Provisorium häufig vor. Um die Berechnung derartiger Maßnahmen abzustimmen, wurde dieser Beschluss gefasst. Die seitens des PKV-Verbandes und der Beihilfe vorgeschlagene Analogposition ist nicht bindend.

32. NICO (Behandlung einer chronischen Kieferostitis als Störfeld). Bei der Behandlung der sogenannten NICO (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis), der fettig-degenerativen Osteolyse/ Osteonekrose im Kieferknochen oder ähnlichen Diagnosen, handelt es sich um medizinisch nicht notwendige Maßnahmen, da die Wirksamkeit durch wissenschaftlich medizinisch fundierte Studienuntersuchungen nicht belegt ist. Darüber hinaus ist das vermeintliche Krankheitsbild der NICO weder nach ICD10-Schlüssel noch in den Verzeichnissen der WHO als Erkrankung gelistet. Es besteht daher keine medizinische Notwendigkeit für die Durchführung der Diagnostik und der Behandlungen dieser Erkrankung, wie z. B. Cavitat- Diagnostik, OroTox-Tests sowie die Entfernung eines chronischen NICO Störfeldes.
Der Beschluss gründet sich auf dem Umstand, dass der NICO-Behandlung eine medizinische Notwendigkeit im gebührenrechtlichen Sinn nicht zugestanden werden kann.

33. Elektronische Funktionsdiagnostik durch Zahntechniklabore. Nach § 1 Zahnheilkundegesetz (ZHG) ist die Ausübung der Zahnheilkunde approbierten Zahnärzten vorbehalten. Nach § 1 Abs. 3 ZHG ist Ausübung der Zahnheilkunde die „berufsmäßige, auf zahnärztlich- wissenschaftliche Erkenntnisse gegründete Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Als Krankheit ist jede von der Norm abweichende Erscheinung im Bereich der Zähne, des Mundes und der Kiefer anzusehen, einschließlich der Anomalien der Zahnstellung und des Fehlens von Zähnen.“ Die „Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mundund Kieferkrankheiten“ (§ 1 Abs. 3 ZHG), also Diagnose und Therapie einschließlich der Versorgung mit Zahnersatz sind dem Zahnarzt übertragen und diesem vorbehalten. Eine Übertragung zahnärztlicher Leistungen, d. h. insbesondere intraorales Scannen, das Eingliedern von Zahnersatz oder intraorale manipulative Tätigkeiten am Patienten oder Zahntechnik und Ähnliches an Zahntechniker ist ein Verstoß gegen die Bestimmungen des Zahnheilkundegesetzes und nicht zulässig.
Dieser Beschluss grenzt die Vornahme und Berechnung intraoraler Maßnahmen durch Zahntechniker am Beispiel funktionsdiagnostischer Maßnahmen ab.
Eine vollständige Übersicht über alle Beschlüsse des Beratungsforums finden Sie unter https://www.bzaek.de/fuer-zahnaerzte/gebuehrenordnung-fuer-zahnaerzte-goz/beratungsforum-fuer-gebuehrenordnungsfragen.html

Autorenteam des GOZ-Ausschusses
der LZK Baden-Württemberg

 

Fortbildungsveranstaltung für Berufsschullehrer/innen

 

Aktive Unterstützung der Berufsschulen

Ausgabe 1/2, 2020

Am 12. Dezember 2019 fand in der Geschäftsstelle der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg die Fortbildungsveranstaltung für Berufsschullehrer/innen von Auszubildenden zur Zahnmedizinischen Fachangestellten statt. Der Landesröntgenreferent der Landeszahnärztekammer, PD Dr. Dirk Schulze, informierte die Teilnehmer/ innen über die Kenntnisse im Strahlenschutz und die aktuellen technischen Entwicklungen im Bereich der digitalen Volumentomografie (DVT).


Fortbildung für Lehrkräfte. Die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg bringt die Berufsschullehrer/innen für ZFA regelmäßig auf den neuesten Wissensstand.

24 Lehrerinnen und Lehrer aus den verschiedenen Berufsschulen für Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) folgten der Einladung zur jährlich stattfindenden Berufsschullehrerfortbildung ins Zahnärztehaus Stuttgart. In Baden-Württemberg werden ZFA-Auszubildende derzeit an 25 Berufsschulstandorten unterrichtet. An eineinhalb Wochentagen besuchen ZFA-Auszubildende die Berufsschule und erhalten neben dem praktischen Teil der Ausbildung, der am Lernort Zahnarztpraxis stattfindet, hier ergänzend allgemeine und fachtheoretische Ausbildungsinhalte vermittelt. Im Rahmen dieser dualen Ausbildungsform ist es umso wichtiger, die beiden Ausbildungsorte entsprechend zu verzahnen und die Beteiligten zu unterstützen. Die Lehrerfortbildung stellt somit einen wichtigen Baustein im Rahmen des Programmes „Finden – Ausbilden – Binden“ dar, da mit dieser Maßnahme neben dem Lernort Zahnarztpraxis, in dem der praktische Teil der Ausbildung vermittelt wird, auch regelmäßig die Lehrkräfte der Berufsschulen erreicht werden und so eine aktive Unterstützung zu bestimmten Themenbereichen geleistet werden kann.

Aktuell und praxisnah. Die „Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen in der Zahnheilkunde“ war zentrales Thema der Veranstaltung. Hier wurden die Teilnehmer/innen entsprechend „abgeholt“ und viele Informationen vermittelt. Über technische Grundlagen, Geräte und Aufnahmetechniken, Beurteilung von Bildqualität und Befundung, biologische Wirkungen, Dosis, Strahlenexposition, Datentransfer, Befundmonitore, DICOM-Standard (Digital Imaging and Communications in Medicine) sowie rechtliche Grundlagen wurde viel Interessantes und Wissenswertes vermittelt und die Berufsschullehrer/ innen praxisnah durch den Tag geführt. Auch die verschiedenen Aufnahmetechniken wie Einzelzahnaufnahme, Bissflügelaufnahme, Spezialaufnahmen bei Wurzelbehandlungen und entsprechende Projektionen sowie Okklusalaufnahmen wurden mit den Anwesenden näher betrachtet. Die verschiedenen Aspekte im Bereich der Qualitätssicherung wie Überprüfung der Bildqualität, Konstanzprüfungen, Referenzaufnahmen, verschiedene Überprüfungsintervalle sowie die Aufgaben der Zahnärztlichen Stelle zur Sicherung der Qualität beim Einsatz von Röntgenstrahlen in der Zahnmedizin laut Strahlenschutzverordnung waren Gegenstand der ganztägigen Fortbildungsveranstaltung.

Praktische Umsetzung. Der fachwissenschaftliche Vortrag, der vom Referenten in allen Bereichen sehr verständlich und anwendungsorientiert dargestellt wurde, gab den schulischen Lehrkräften eine Fülle wertvoller Informationen, die optimal in den Berufsschulunterricht integriert werden können. Das Resümee des Fortbildungstages fiel bei allen Beteiligten durchweg positiv aus, da auch diese Fortbildungsveranstaltung wieder dazu beitrug, die Lehrkräfte an den berufsbildenden Schulen mit ergänzendem Wissen zur direkten Umsetzung im schulischen Unterricht auszustatten.

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