Zahnaerzteblatt.de

 

Praxis

Der GOZ-Ausschuss der LZK BW informiert

 

Zuordnung von Leistungen in den GOZ-Kapiteln

Ausgabe 3, 2020

Die Gebührenordnung für Zahnärzte vom 5. Dezember 2011 (GOZ 2012) ist in Kapitel eingeteilt, deren Überschriften die Leistungsbereiche der dort beschriebenen Leistungen bezeichnen. Die Einteilung reicht von Kapitel A bis zu Kapitel L.

In Kapitel C sind alle konservierenden Leistungen der GOZ-Positionen 2000 bis 2440 aufgeführt. Darunter fallen u. a. zum einen direkt hergestellte plastische Füllungen der GOZ-Nummern 2050- 2120, also Füllungen z. B. aus Amalgam, Kompomer, Komposite usw. Darüber hinaus finden sich dort die Leistungsbeschreibungen für indirekt hergestellte Einlagefüllungen nach den GOZ-Nummern 2150-2170, z. B. Inlays aus Gold oder Keramik. Ferner sind in diesem Kapitel Einzelkronen bzw. Veneers als konservierende Maßnahmen nach den GOZ-Nummern 2200-2220 verzeichnet.
Die GOZ unterscheidet im Rahmen konservierender Maßnahmen also nicht, ob es sich bei den Restaurationen um direkte oder indirekte Füllungen oder gar um Einzelkronen bzw. Veneers handelt.

Prothetische Maßnahmen. In Kapitel F sind u. a. alle prothetischen Leistungen in den GOZ-Positionen 5000 bis 5340 aufgeführt. Dies betrifft alle Zahnersatzleistungen. Die prothetischen Maßnahmen reichen von einer Brücke nach GOZ-Nr. 5000 bzw. GOZNr. 5010 un-, teil- oder vollverblendet sowie Brücken aus Gold, NEM oder Zirkon bis zur totalen Prothese z. B. aus Kunststoff nach der GOZ Nr. 5230. Folglich finden sich in Kapitel F alle Leistungen, mit denen Zähne ersetzt werden.
In den meisten Tarifen der PKV werden Zahnersatzleistungen mit einem vertraglich vereinbarten Prozentsatz bezuschusst bzw. erstattet. Nach der Systematik der GOZ können davon jedoch ausschließlich prothetische Maßnahmen aus Kapitel F betroffen sein, da konservierende Maßnahmen wie oben beschrieben in Kapitel C der GOZ aufgeführt sind.

Indirekte Maßnahmen. Immer wieder kommt es vor, dass Private Krankenkassen in ihrer Erstattung indirekte Maßnahmen wie z. B. Inlays, Einzelkronen, Teilkronen oder Veneers bei der Erstattung dem Zahnersatz zuordnen. Eine damit einhergehende geringere Erstattung der Privaten Krankenkassen für prothetische Maßnahmen, in der Regel 60 Prozent bis 80 Prozent des Gesamtrechnungsbetrages anstatt 100 Prozent Erstattung bei konservierenden Leistungen, geht dann meist zulasten des Patienten.
Die Erstattung konservierender Leistungen aus Kapitel C der GOZ als prothetische Leistung ist nur dann statthaft, wenn diese individuell versicherungsvertraglich so vereinbart ist.

Besondere Maßnahmen. Darüber hinaus werden Erstattungen von Begleitleistungen bei Zahnersatzmaßnahmen, wie z. B. besondere Maßnahmen nach der GOZ-Nr. 2030 oder adhäsive Aufbaufüllungen nach den GOZ-Nummern 2197 und 2180, mitunter auch Anästhesien nach GOZ-Nr. 0090 bzw. 0100, regelmäßig im Sinne von Zahnersatzleistungen erstattet mit dem Argument, diese Leistungen seien durch die betreffende prothetische Maßnahme ja erst ausgelöst worden.
Auch diese Erstattungspraxis ist häufig mit den Regelungen im Versicherungsvertrag nicht vereinbar. Daher kann es sich für den Patienten auszahlen, seine Tarifleistungen auf diese Erstattungsproblematik hin zu prüfen und gegebenenfalls einzufordern.
Weisen Sie Ihre Patienten darauf hin, in solchen Fällen das „Kleingedruckte“ im Versicherungsvertrag zu lesen!

Autorenteam des GOZ-Ausschusses
der LZK Baden-Württemberg

 

Alles auf einen Blick

 

Anforderungen an den Betrieb eines Chirurgie-Lasergeräts

Ausgabe 3, 2020

Eine Vielzahl von Regelwerken beschreibt und definiert den sicheren Betrieb eines Chirurgie-Lasergeräts. Die aktuellen Anforderungen an den Betrieb eines Chirurgie- Lasergeräts sind hoch und dabei den Überblick zu behalten, ist nicht ganz einfach. Kommt in der Praxis bereits ein Chirurgie-Lasergerät zum Einsatz oder ist die Anschaffung eines Lasergeräts geplant, dann stellt der folgende Beitrag die unterschiedlichen Anforderungen an den Betrieb eines Chirurgie-Lasergeräts in der Zahnarztpraxis vor.

Regelwerke. Der Betrieb von Lasergeräten ist aktuell durch folgende Regelwerke definiert: Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung - OStrV) und die dazugehörigen technischen Regeln zur Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (TROS Laserstrahlung - Teile: Allgemeines und 1-3).

Keine Anzeige. Eine Anzeigeverpflichtung für ein Chirurgie- Lasergerät der Klasse 3B, 3R oder 4 bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde und bei der Berufsgenossenschaft besteht nicht.

Fachkenntnisse. Vor der Aufnahme des Betriebs eines Chirurgie-Lasergeräts (Laser-Einrichtung) der Klasse 3R, 3B und 4 hat der Praxisinhaber, sofern er nicht selbst über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügt, einen Laserschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen (Muster- Bestellformular im PRAXIS-Handbuch der LZK BW). Der Laserschutzbeauftragte muss über die für seine Aufgaben erforderlichen Fachkenntnisse verfügen. Die fachliche Qualifikation (Fachkenntnisse) ist durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang nachzuweisen und durch Fortbildungen auf aktuellem Stand zu halten (DGUV Grundsatz 303-005). Im DGUV Grundsatz 303-005 wird u. a. gefordert, dass Laserschutzbeauftragte, die z. B. nach DGUV Vorschrift 11 (BGV B2) ausgebildet wurden (Sachkundekurs ohne Prüfung), durch entsprechende Fortbildungslehrgänge bis zum 31.12.2021 qualifiziert werden sollen, um die Aufgaben nach OStrV erfüllen zu können.

Betriebsanweisung. Des Weiteren ist für den Betrieb eines Chirurgie-Lasergeräts der Klasse 3R, 3B und 4 eine Betriebsanweisung bereitzuhalten (Muster-Betriebsanweisung im PRAXIS-Handbuch der LZK BW). Die Grundlage der Mitarbeiter-Unterweisung stellt die Betriebsanweisung dar.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Augenschutz in entsprechender Anzahl (Laserschutzbrille entsprechend des Geräte-Wellenlängenbereichs), ggf. Schutzhandschuhe und ggf. Schutzkleidung.

Dokumentation. Ein Chirurgie-Lasergerät der Klasse 3B, 3R oder 4 ist in das Bestandsverzeichnis und als Anlage-1-Gerät (MPBetreibV) in das Medizinproduktebuch einzutragen (beides sind Muster-Dokumente im PRAXISHandbuch der LZK BW).

CE-Kennzeichnung. Die CE-Kennzeichnung für ein Lasergerät gemäß der Richtlinie 93/42/EWG oder der Verordnung (EU) 2017/745)) ist die zentrale Voraussetzung für die Verkehrsfähigkeit eines Medizinproduktes.

PRAXIS-Handbuch. Die Muster-Dokumente für Chirurgie- Lasergeräte in der Zahnarztpraxis finden Sie im PRAXIS-Handbuch auf der Homepage der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg unter lzk-bw. de wie folgt: „ZAHNÄRZTE“ >>> unter der Rubrik „Praxisführung“ auf das „PRAXIS-Handbuch“ >>> nochmal auf „PRAXIS-Handbuch“ >>> Schaltfläche „3.1 Qualitätssicherung in der Zahnarztpraxis: Anhang“ >>> „3.1.4. Betriebsanweisungen ­­=> 3.1.4.6 Laser“ >>> „3.1.5 Formulare“ >>> „3.1.5.9.1 Bestellung zum Laserschutzbeauftragten“, „3.1.5.10 Medizinprodukte“ => „3.1.5.10.1 Bestandsverzeichnis“ und „3.1.5.10.3 Medizinproduktebuch“.

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